Schloss kaufen (Burg/Landsitz)

Sie möchten einen Landsitz, ein Schloss oder eine Burg kaufen - hier finden Sie zahlreiche Burgen, Landsitze und Schlösser zum Kauf in allen Regionen der Schweiz.

Burg, Herrenhaus oder Schloss kaufen – verschiedene Arten, vielfältige Möglichkeiten

Selbst in einer Burg oder einem Schloss wohnen, an Urlaubsgäste vermieten oder das eigene Weingut betreiben – es kann viele Gründe geben, eine Burg, ein Herrenhaus oder ein Schloss kaufen zu wollen. Es gibt jedoch einiges, was potenzielle Käufer dabei beachten müssen.

Mit einem eigenen Schloss geht für viele ein Kindheitstraum in Erfüllung. Im Bild: Schloss Spiez im Kanton Berner Oberland. Foto: HappyAlex/fotolia.com

Eine Burg, ein Herrenhaus oder ein Schloss zu kaufen ist für viele Menschen ein lang gehegter Traum. Wer sich ein entsprechendes Bauwerk leisten oder finanzieren lassen kann, sollte beim Kauf jedoch einige wichtige Dinge beachten. Denn neben vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten kann ein Schloss auch sehr viel Renovationsbedarf mit sich bringen.

Schloss, Herrenhaus oder Burg – verschiedene Gebäudearten

Obwohl im allgemeinen Sprachgebrauch Wörter wie Schloss, Burg oder Herrenhaus häufig synonym verwendet werden, handelt es sich dabei grundsätzlich um verschiedene Arten von Gebäuden. Ein Überblick:

Schloss

Ein Schloss ist in der Regel ein Gebäude, das im Auftrag eines Adeligen errichtet wurde – und zwar ganz unabhängig von Grösse oder Gestaltung. Schlösschen, die nicht grösser sind als ein durchschnittliches Einfamilienhaus, fallen damit genauso unter diesen Begriff wie Schlösser von der Grösse Neuschwansteins.

Zudem wird je nach Standort des Schlosses und Aufenthaltszeit der Bewohner noch zwischen Stadtschloss, Landschloss, Wasserschloss sowie Sommerresidenz und Winterresidenz unterschieden.

Kulturgut von nationaler Bedeutung: Schlösschen A Pro in Seedorf, Kanton Uri. Foto: fotoember/fotolia.com
Eines der bedeutendsten Wasserschlösser der Schweiz: Schloss Hallwyl in Seengen, Kanton Aargau. Foto: bill_17/fotolia.com
Schloss Arenenberg in Salenstein, Kanton Thurgau. Foto: inesbodensee/fotolia.com
Späthistoristischer Bau: Schloss Crap da Sass in Silvaplana, Kanton Graubünden. Foto: Gabrielle Wetli/fotolia.com

Burg

Unter einer Burg wird heute hauptsächlich eine mittelalterliche Wehranlage verstanden. Während also ein Schloss vor allem repräsentativen Zwecken diente, sollte eine Burg seine Bewohner in der Regel durch dicke Mauern und eventuell auch einen Graben vor Angreifern schützen.

Adelige bauten viele Burgen zu repräsentativen Schlössern oder Landsitzen um, da ihr ursprünglicher Zweck – die Verteidigung gegen Eindringlinge oder die Kontrolle von Handelswegen – obsolet wurde. Oft blieb das äussere Erscheinungsbild einer Burg jedoch erhalten.

An den Burgen von Bellinzona im Kanton Tessin lässt sich der ursprüngliche Zweck – die Verteidigung gegen Eindringlinge – gut erkennen. Im Bild: Schloss Castelgrande. Foto:Ikonya/fotolia.com

Herrenhaus

Herrenhäuser unterscheiden sich ebenfalls durch ihre Funktion von Schlössern oder Burgen – sie sind in der Regel das Zentrum eines Gutes, also eines landwirtschaftlichen Betriebs. Dabei kann es sich beispielsweise um ein ehemaliges Rittergut oder Adelsgut handeln, genauso aber um ein Weingut, das nach wie vor diese Funktion erfüllt.

In der Region um Bern bezeichnet man Herrenhäuser auch als Maison de Campagne.

Villa Cassel in Riederalp, Kanton Wallis. Foto: kippis/fotolia.com

Weingut, Reiterhof, Hotel – vielfältige Möglichkeiten

Je nachdem, wo sich die Burg, das Schloss oder das Herrenhaus befindet, gibt es dafür viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten: Ob das Schlösschen nun inmitten eines Weinguts liegt, das Herrenhaus das Zentrum eines Reiterhofs bildet oder das kleine Stadtschlösschen einfach als Altersruhesitz dienen soll. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, sich über die vorherige Nutzung der Immobilie zu informieren und, falls möglich, beim Vorbesitzer nachzufragen, warum der ursprüngliche Betrieb eingestellt werden musste.

Auf Schloss Salenegg in der Nähe von Maienfeld, Kanton Graubünden, wird seit dem Jahr 1068 Weinbau betrieben. Salenegg ist somit das älteste noch bestehende Weingut Europas. Foto: Udo Ingber/fotolia.com

Soll aus der neuen Immobilie ein Hotel werden und liegt es in einem Wohngebiet, empfiehlt sich auf jeden Fall vorab ein Blick auf den Bebauungsplan der Gemeinde. Dort kann eventuell eine kommerzielle Nutzung ausgeschlossen sein. Der Grund: Reine Wohngebiete geniessen baurechtlich den höchsten Schutzanspruch vor jeder gewerblichen Nutzung. Gerade bei Prestigeobjekten ist es aber oftmals möglich, eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken – beispielsweise dann, wenn ein kleines Schlösschen öffentlich zugänglich gemacht wird.

Was beim Kauf zu beachten ist

Da es sich bei Schlössern, Burgen und Herrenhäusern meist um etwas ältere Gebäude handelt, sollten Immobilienkäufer vorab darauf achten, dass die Liegenschaft gut in Schuss ist. Hierzu sollten sie mindestens ein Wertgutachten einholen – am besten aber mehrere, denn Schlösser und Burgen sind auch für Profis schwerer zu beurteilen als gewöhnliche Häuser. Schliesslich handelt es sich hierbei um architektonische Unikate.

Wer ein Schloss, eine Burg oder ein Herrenhaus kauft, sollte sich bewusst sein, dass er höchstwahrscheinlich eine Immobilie erwirbt, die im kantonalen Bauinventar als schützenswert oder zumindest erhaltenswert verzeichnet ist. Hier empfiehlt es sich, frühzeitig mit der Gemeinde und der kantonalen Denkmalpflege in Verbindung zu treten, denn bestimmte Sanierungsarbeiten müssen erst genehmigt werden. Ausserdem gibt es in vielen Fällen spezielle Auflagen bezüglich Material und Umsetzung. Unter Umständen kann die Sanierung eines Schlosses sogar teurer werden als ein Neubau. Sanierungs- und langfristige Folgekosten sollten daher frühzeitig kalkuliert werden und Käufer sollten sich nicht von vielleicht günstigen Anschaffungspreisen verlocken lassen.

Für Schlösser, Burgen und Herrenhäuser gibt es vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Foto: angela001/fotolia.com

Keine Steuervorteile durch den Erwerb von Baudenkmälern

Der Käufer eines Baudenkmals erhält keine steuerlichen Vorteile. Wird die Immobilie saniert, fangen Bund, Kantone und Gemeinden diese Mehrkosten jedoch teilweise auf. Über die Höhe der Unterstützung entscheidet die Denkmalpflege im Einzelfall.

Herrenhaus, Burg oder Schloss in der Schweiz kaufen – vor dem Kauf alles genau durchrechnen

Mehr noch als bei anderen Immobilien gilt bei Herrenhäusern, Burgen und Schlössern also: Ein Kauf will wohlüberlegt sein. Am besten ist es, wenn potenzielle Käufer schon vor dem eigentlichen Erwerb Kostenvoranschläge für möglicherweise anfallende Sanierungsmassnahmen einholen und genau durchrechnen, was die Verwirklichung ihres Traums unter dem Strich kosten könnte.

Zudem sollten Käufer ein gewisses finanzielles Polster mit einplanen. Oft stellt sich erst im Laufe einer Renovierung heraus, welchen zusätzlichen Handlungsbedarf es gibt. Ist das geschehen und ist die Finanzierung gesichert, sollte dem Kauf nichts mehr im Wege stehen.