Weingut kaufen

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Weingut kaufen: lukrative Immobilie mit Seltenheitswert

Ob Hobbywinzer oder Weinbau-Profi: Ein eigenes Weingut ist für viele ein langersehnter Traum. Doch bis dahin erwartet Interessierte ein steiniger Weg. Die Suche ist meist zäh, Investitionssummen hoch und die Kaufabwicklung komplex. Das müssen Weinliebhaber beachten, wenn sie ein eigenes Weingut kaufen möchten.

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Das eigene Weingut ist und bleibt der Traum vieler Weinliebhaber. Wer geduldig ist und das nötige Kleingeld mitbringt, kann schon bald seinen eigenen Wein anbauen. Foto: iStock/ antares71

Ein Weingut oder Weinbaubetrieb beschäftigt sich klassischerweise mit dem Anbau, der Weiterverarbeitung und dem Verkauf von Beeren und Weinen. Häufig bieten Weingüter neben dem Weinbau aber auch Übernachtungsmöglichkeiten, ein Restaurant oder Angebote wie Kellerführungen und Weinproben an. Zurecht gilt ein Weingut daher als Spezialimmobilie, da sie sich meist aus mehreren Komponenten zusammensetzt.

Weingut: Was umfasst die Spezialimmobilie?

Charakteristisch für die Spezialimmobilie Weingut sind zunächst die Weinberge. Zudem sind bei einem Kauf meist mehrere Gebäude inbegriffen. Typisch ist ein Wohnhaus, Lagerräume für Maschinen und Fahrzeuge, und Nebengebäude für Fremdenzimmer oder Gastronomie.
Daneben erwirbt der Käufer eines Weingutes auch häufig technische Vorrichtungen. Dazu gehören beispielsweise Edelstahltanks, Weinpressen, Filteranlagen, ab einer bestimmten Grösse auch eine Flaschenfüllanlage und Fahrzeuge.

Beim Verkauf eines Weingutes gehen aber auch einige immaterielle Vermögensgegenstände auf den neuen Eigentümer über: Dies sind etwa aufgebaute Vertriebswege, der Kundenstamm, die Markenbekanntheit oder auch internes Wissen.

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Grundsätzlich gilt die Regel: Am wichtigsten ist zunächst die Lage und Qualität der Weinberge, anschliessend folgt die technische Vorrichtung. Die Immobilie selbst kommt erst an dritter Stelle.

Wer ein Weingut kaufen möchte, muss viele Aspekte berücksichtigen. Denn es ist wichtig, dass die Ausstattung des Weingutes zum Käufer passt. Wer beispielsweise Ruhe bevorzugt, sollte ein Weingut mit gastronomischen Betrieb vermeiden. Weinliebhaber, die lediglich ihrem Hobby nachgehen möchten, werden vielleicht schon mit einem kleinen Weinberg glücklich – während Profi-Winzer nach einem Leistungsbetrieb suchen sollten.

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Ein Restaurant mit Blick über die Weinberge ist sicherlich ein Highlight für Eigentümer und Besucher. Foto: iStock/ jacoblund
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Viele Weingüter bieten Events für Besucher an – beispielsweise Kellerführungen mit Weinverkostung. Foto: iStock/ jarnogz
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Wer sich hohe Qualität wünscht und mühsame Handarbeit nicht scheut, sollte sich nach einem Steilhang umsehen. Foto: iStock/ LucynaKoch
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Ein Weingut wie dieses traumhafte Objekt am Genfer See, eignet sich auch als Ferienimmobilie. Foto: iStock/ RomanBabakin

Ein Restaurant mit Blick über die Weinberge ist sicherlich ein Highlight für Eigentümer und Besucher. Viele Weingüter bieten Events für Besucher an – beispielsweise Kellerführungen mit Weinverkostung. Wer sich hohe Qualität wünscht und mühsame Handarbeit nicht scheut, sollte sich nach einem Steilhang umsehen. Ein Weingut wie dieses traumhafte Objekt am Genfer See, eignet sich auch als Ferienimmobilie.

Wo finden Interessenten das passende Weingut?

Wer sich für den Kauf eines Weingutes interessiert, sollte sich darauf einstellen, dass die Suche nach der passenden Immobilie langwierig sein kann. Denn häufig handelt es sich bei Weingütern um klassische Familienbetriebe, die an die nächste Generation weitergegeben werden. Ein Verkauf findet erst dann statt, wenn die Betreiber keinen Nachfolger mehr finden. Viele Verkäufe laufen zudem sehr diskret ab und Verkaufsangebote werden auf dem öffentlichen Markt gar nicht erst veröffentlicht. Denn insbesondere bei bekannteren Weingütern möchten die Verkäufer und Käufer vermeiden, dass die Qualität der Marke leidet. Daneben gibt es noch Weingüter, die insbesondere für Einsteiger oder den Nebenerwerb zu aufwändig sind, etwa mit Anbauflächen in extrem steiler Hanglage. Daher ist insbesondere das Angebot an guten Weingütern sehr knapp.

Gewerblicher Weinbau ist ausserdem nicht überall möglich, denn die Lage der Weinberge beeinflusst die Qualität der Ernte enorm. Damit die Weinreben optimal heranreifen, müssen bestimmte kleinklimatische Bedingungen erfüllt sein. Dazu zählen etwa die Oberflächengestalt der Landschaft, die Nähe zu Gewässern wie Flüssen oder Seen, die Neigung und Höhe der Hänge sowie die Ausrichtung zur Sonne.

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Leichte Hanglage, direkt am Wasser und sonnig – nur mit idealen Bedingungen bringt ein Weinberg auch qualitativ hochwertige Beeren. Foto: iStock/ AsianDream

Rebbau konzentriert sich in der Schweiz auf Flusstäler der Rhône und des Rheins, auf die Ufergebiete der zahlreichen Seen, reicht aber auch in beachtliche Höhenlagen bis 1100 Metern wie beispielsweise bei Visperterminen. Zudem ist die Schweiz für die steilsten Weinberge Europas bekannt. Da die Schweizer Landschaft von extremer Vielfalt geprägt ist, beschränkt sich der Weinbau auf klimatisch günstige Nischengebiete, die zukünftige Winzer kennen sollten.

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Die klassischen Weinbauregionen

In der Schweiz lassen sich sechs verschiedene Weinbauregionen unterscheiden: Wallis, das Weinland Waadt, Genf, das Drei-Seen-Land, die Deutschschweiz mit zahlreichen kleinen Gebieten sowie Tessin. Die Regionen untergliedern sich in mehrere Weinbaugemeinden, die den Wein beinahe ausschliesslich für den inländischen Verzehr anbauen.

Weingut kaufen: Mit diesen Kosten müssen Käufer rechnen

Die Preise für ein Weingut sind extrem unterschiedlich und können auch innerhalb einer Region stark schwanken. Zudem bemisst sich der Wert eines Weingutes nach anderen Kriterien als bei einer klassischen Immobilie: Für ein gutes Weingut zahlen Käufer immer einen Lage- und Begehrlichkeitsfaktor, erst später kommen Ausstattung und Zustand der Immobilie. Ausserdem spielt auch die Bekanntheit der Marke eine entscheidende Rolle.

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Weinbau bedeutet harte Arbeit – besonders zur Erntezeit benötigen Winzer viele helfende Hände. Foto: iStock/ tomazl

Zukünftige Weinbauern sollten in jedem Fall ein dickes finanzielles Polster haben. Denn nicht nur der Kauf, auch der Betrieb eines Weingutes ist mit vielen Kosten verbunden. Denn der erfordert viel Arbeit – beispielsweise müssen Betreiber in der Regel Mitarbeiter einstellen, die sie bei der Bewirtschaftung oder Ernte unterstützen. Weinbauern müssen die Ernte schliesslich verarbeiten, vertreiben und vermarkten – und dies alles bevor sie erste Gewinne erwirtschaften.

Zudem ist Weinbau stets mit einem gewissen Risiko verbunden: Weinreben sind sehr empfindlich und die Ernte stark wetterabhängig. So kann beispielsweise ein später Frost im Mai die Reben zerstören und einen grossen finanziellen Schaden anrichten. Der Betrieb eines Weingutes erfordert von den Winzern also nicht nur viel Geld, sondern auch planerisches und betriebswirtschaftliches Geschick.

Ein eigenes Weingut: Rechtliche Voraussetzungen

Wer sich ein Weingut kaufen möchte, sollte sich vorab mit den rechtlichen Bestimmungen des Schweizer Weingesetzes auseinandersetzen. Darin ist beispielsweise das Anpflanzungsrecht verankert, das für den Anbau von Weinreben nötig ist. Dieses müssen künftige Weinbauern beim jeweiligen Kanton, in dem das Weingut gelegen ist, beantragen. Dann dürfen die sie dort Weine anbauen, die im Verzeichnis zugelassener Rebsorten aufgelistet sind. Trotz kleiner Weinbaufläche in der Schweiz ist die Vielfalt beachtlich: Insgesamt sind rund 200 Rebsorten genehmigt, wobei Weinbauern am häufigsten den weissen Chasselas und den roten Pinot Noir anbauen.

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Sonderregelung Hobbyweinberge

Wer Wein für den Eigenbedarf auf einer Fläche von maximal 400 Quadratmetern anbauen möchte, benötigt keine Anpflanzungsrechte. Dennoch muss er den Weinbau beim kantonalen Weinbauamt beantragen und melden, wo und in welchem Umfang die Pflanzen angebaut werden.

Während der letzten Jahre haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Weinbau in der Schweiz insgesamt verschärft: Durch kontrollierte Appellationen, also Schutzsiegel für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Schweiz, soll die Qualität der Produkte ansteigen. Denn diese vergeben die Kantone nur dann, wenn Winzer strenge Produktionsrichtlinien erfüllen. Ebenfalls hat der Gesetzgeber auch Vorschriften zu den Herkunftsbezeichnungen der Weine erlassen: Denn während die Winzer beispielsweise in Wallis bis 1990 ihre Flaschenetiketten bedrucken durften, wie sie wollten, gelten heute Vorschriften: Winzer müssen ihre Weine in Qualitätsstufen einordnen – und diese auf dem Etikett vermerken.

Das Weingut als Investitionsobjekt

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Für den einen ein Traum, für den anderen eine lukrative Anlage: Der Kauf eines Weingutes kann langfristige Gewinne bringen. Foto: Kzenon/ fotolia.com

Nicht nur Winzer möchten gern ein Weingut kaufen – auch bei Investoren werden die Spezialimmobilien immer beliebter. Sie betrachten ein Weingut als sogenanntes substanzielles Investments, also als Sachanlage. Denn wer Glück hat und eine passende Immobilie findet, kann sich durchaus auf hohe Wertsteigerungen freuen. Denn Weinbau in der Schweiz gilt zurecht als speziell: Weinberge befinden sich häufig in Nischengebieten oder gar extremen Lagen. Bei wenig Anbauflächen ist die Nachfrage nach Wein in der Schweiz gross: Die Schweizer fragen mehr Wein nach als Winzer produzieren können. Diese Voraussetzungen führen dazu, dass die Preise sowohl für die Weine selbst, als auch für Weinberge hoch sind – und tendenziell steigen.

Fazit: Leidenschaft für Wein reicht nicht aus

Wer sich für den Kauf eines Weingutes entschliesst, sollte sein Vorhaben gründlich durchdenken. Weinliebhaber sollten niemals unterschätzen, wie aufwändig der Betrieb eines eigenen Weingutes ist. Um im Weingeschäft erfolgreich zu sein reicht Begeisterung für Wein nicht aus – vielmehr sind botanische, technische und vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse gefragt. Daher kann es helfen, sich von Anfang an einen Experten an die Seite zu stellen, der die Suche, den Kauf und letztlich auch die betriebliche Planung des Vorhabens unterstützt.